Montag, 18. September 2017

[Buchvorstellung einmal anders] Vayas Töchter von Lara Kalenborn

Buchvorstellung einmal anders

Hallo Lara, es freut mich, dass du heute Zeit hast auf meine Fragen zu antworten.
Hi liebe Claudia, sehr gerne 😊

Das letzte Mal konntest du ja Dimon, den Herrn der Skythen überreden mitzukommen. Heute sehe ich ihn nicht. Ich hoffe es ist ihm in der Zwischenzeit nichts passiert?

Wie soll ich es sagen? Der Herr der Skythen verändert sich ganz langsam. Die Trennung von Emilia bekommt ihm gar nicht, er ist sichtlich getroffen. Ich weiß nicht, wann er sich von dem Schock, dass die Amazonen so tief in sein Leben eindringen konnten, wieder erholen wird.

Aber jetzt genug über Dimon, wir wollen uns ja über deinen zweiten Teil der Trilogie „Amazonen Allianz“ unterhalten. Um was geht es ganz kurz gefasst in diesem Band?
In diesem Band geht es um das Band, das sich zwischen Amazonen entwickelt. Emilia und Fabel stehen im Mittelpunkt dieses Buches. Die Bakis nähern sich immer weiter aneinander an. Schützen sich. Geben sich Halt. Stärken einander. Und das ist auch bitter nötig, denn die Welt um sie herum wird immer gefährlicher. Die Skythen rücken auf sie zu, die Amazonen verstehen langsam, dass sie sich gegen Emilia und ihr Gift wehren müssen und Toms Bruder Lenan kommt der jungen Allianz ebenfalls so langsam auf die Schliche. Und obwohl den Unterweltprinzen viel mit Emilia verbindet, könnte es sehr gefährlich werden, wenn er Tom als ihren Gefangenen entdeckt.

Ich hoffe sehr, dass wir auch wieder alte Bekannte treffen. Aber manche sind eventuell noch nicht so sattelfest bei der Unterteilung der Skythen und Amazonen. Möchtest du dazu Stellung nehmen und den noch Unwissenden erzählen, warum es diese verschiedenen Unterteilungen gibt?
Gerne <3 Die Amazonen und Skythen sind größte Feinde. Sie bekämpfen sich seit Jahrhunderten in einem blutigen Krieg. Und obwohl beide Seiten schwere Verluste zu erleiden hatten, sind sie zu keiner Einsicht bereit, dass Frieden für alle besser wäre. Die Amazonen sind entstanden, weil der höchste Skythe, der gottgleiche Efesan, die Skythin Vaya als die Seine beanspruchte. Aus dieser göttlichen und gleichsam gewaltvollen Verbindung gingen die drei ersten Amazonen hervor: Zur Hälfte Skythinnen, zur Hälfte Göttinnen und in ihren Adern floss der Hass auf alles Männliche, was ihrer Mutter jemals geschadet hat, was ihren Schwestern jemals schaden könnte. Durch ihre Kraft sind Amazonen zu großer Macht auserkoren, sie rächen, sie töten, sie kämpfen, sie verletzen sich, heilen wieder und kämpfen weiter. Die Skythen wissen, dass die Amazonen sich niemals ändern werden und haben geschworen sie auszurotten. Allerdings gibt es Uneinigkeit unter den Skythen. Die Efesan Skythen folgen dem alten Kodex, ihre Feindinnen zu zerstören. Aber die Revestan Skythen, eine Splittergruppe, die sich dem Urtümlichen des Reitervolkes verschreiben hat, sieht in den Efesans eine Verkrüppelung der Freiheit, die die Skyhen einst in sich trugen. Sie wollen ganz neue Pfade beschreiten, auch wenn dies nur zusammen mit Amazonen möglich ist …

Gibt es eine Szene, die dein Buch perfekt beschreibt?
Uh, ich liebe die Szene, die innerhalb dieses Blogtour noch näher beschrieben werden wird. Von Kerstin. Es handelt sich um Scardis und Fabels Ausflug in den Wald der Stuten. Dort prallt alles aufeinander, was ich in meinen Amazonenromanen einflechten wollte: Stärke des Körpers, Schwäche des Geistes, Entwicklung und Metamorphose, Idylle und Vergänglichkeit, Freundschaft und Feindschaft, Nähe und Hass, Stimme und Wahrheit … Ach, ich liebe diese Szene, auch wenn sie sehr, sehr rau ist.

Wie viel echte Lara steckt in diesem Teil der Trilogie?
Da es sich um den zweiten Band handelt, würde ich es mal so sagen: Weniger als im ersten, mehr als im dritten Teil :D Wenn ich Geschichten plotte, dann ist anfangs noch recht viel von mir, meinen Gefühlen und Denkweisen zu erkennen, aber je weiter ich in der Story fortschreite, je eigenständiger die Charaktere werden, desto mehr trete ich zurück. Dann sind da fast nur noch die Figuren, die die Geschichte lenken.

Wenn es dieses Szenario, welches du hier in deinen Büchern beschreibst, tatsächlich eintreten würde, zu welcher Gruppe würdest du lieber dazugehören?
Hm, einfacher ist es wahrscheinlich, Skythin zu sein. Vor allem eine Revestan. Da bist du vollkommen in Einklang mit der Natur, mit deinem Clan, mit deinem Pferd. Aber schon als Efesan Skythin wird es unangenehmer: Die militärische Struktur wäre nichts für mich, dafür liegt mir viel zu sehr meine Freiheit am Herzen. Als Amazone hätte ich es aber auch nicht leicht. Sicher könnte ich mich in die Strukturen verlieren, die das Blut einer Kriegerin Vayas vorgibt, aber auf meinen Mann verzichten, meinen Bruder, meinen Vater. Das wäre schlimm. Außerdem ist es sehr schwierig, unter den Forderungen und Bedürfnissen des eigenen Körpers zu stehen: Die Wut nicht unter Kontrolle zu haben, ist sicher kein schönes Gefühl. Allerdings wäre ich gerne für den Teil Amazone, der mit körperlicher Stärke, Unsterblichkeit und Leidenschaft zusammenhängt. Amazone zu sein ist sicher berauschend.

Es wird ja auch wieder ein Lieblingszitat geben, welches die Verbundenheit zu deinem Buch ausdrückt?
Nicht ganz ein Zitat, eher eine Textstelle:
„Lass uns springen“, wisperte Fabel und sah Assassina durchdringend an.
„Das sind 10 Meter.“
Fabel nickte und schien diesen Umstand prima zu finden. „Mehr noch, weil der Stand des Beckens so weit abgesunken ist.“
„Ist das nicht gefährlich?“
Ihre Baki zuckte mit den Achseln. „Na und? Wir sind Amazonen.“
Skeptisch warf Assassina einen weiteren Blick hinab. Im Sprungbecken unter ihnen schwammen Äste und ein alter Rettungsreifen. Wer wusste schon, was dort im trüben Nass sonst noch auf sie wartete.
„Warum eigentlich nicht?“, lachte Assassina, stand auf und sprang. Lachend riss sie Fabel mit sich hinab.


Wie würdest du dich selbst in drei Wörtern beschreiben?
Neugierig. Emotionsgesteuert. Harmonieliebend.

Herzlichen Dank für das Interview und vielleicht sehen wir uns ja sehr bald wieder.

Das wäre toll! Vaya dankt dir, Claudia.

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