Donnerstag, 13. Juli 2017

[Protagonisteninterview] Pilgrim von Joshua Tree




[Ich treffe mich mit Magnus in seinem Haus auf Pilgrim. Dort angekommen werde ich sofort zu einem Tisch gebracht, wo wir uns gegenüber hinsetzen.]

Hallo, und herzlichen Dank, dass ich dich ein bisschen über das Leben der Pilgrim befragen darf.
Aber gerne doch! Wer hat dir bloß erlaubt, solch ein perfekt sitzendes Kleid zu tragen?

Kannst du uns etwas mehr über das Leben hier bei euch erzählen? Also wie kommt es, dass ich eigentlich nur junge Leute auf meinem Weg zu dir gesehen habe?
Für mein Haus gibt es eine Hausregel, die sich mit „jung und schön“ zusammenfassen lässt. Aber im Ernst: was bedeutet jung? So alt wie mein Vater, der Hüter der Seelen, sind wir natürlich nicht. Niemand von uns ist älter als vierzig Jahre, weil wir dann von Vater in den Nimbus geleitet werden. Wir haben nur vierzig Jahre Zeit um hier die Verschmelzung zu erreichen – wenn wir länger leben würden, wären wir eine Gefahr für alle anderen. Man kann den Einflüsterungen der Weltenblume eben nicht ewig widerstehen.

Ich muss ja zugeben, dass ich ein paar Mal nachfragen musste, wo du zu Hause bist und da kam oft die Anrede Prinz oder Sohn des Kaspan vor. Bist du ein Adeliger bzw. muss ich dich nun mit Hochwohlgeboren ansprechen?
Adelig? Was ist das? Prinz ist so ein komisches Wort aus der Vorwelt, glaube ich. Ich mag es jedenfalls nicht. Ich mag es generell nicht, wenn man mich als jüngeren Schatten meines Vaters sieht und nicht für das, was mich ausmacht. Ich bin zum Beispiel der beste Hatnam-Kämpfer Pilgrims – das klingt doch viel besser als „Prinz“, oder?

Auch traf ich auf dem Weg hierher Menschen, welche wie Wächter aussahen. Warum braucht ihr in einer Umgebung wie hier so viel Schutzpersonal?
Die Weltenblume lebt tief im Berg unter unseren Füßen. Sie ist unser Zugang ins Wahre Sein und gleichzeitig auch ein Wesen von tiefer Bosheit. Sie ist Bürde und Chance zugleich. Wer ihr widerstehen kann, hat einen starken Geist und kann die Verschmelzung mit dem Wahren Sein erreichen. Ich zum Beispiel werde das ganz sicher schaffen, da kann dieser dämliche Kristall machen, was er will! Diejenigen, die sich nicht so gut unter Kontrolle haben – um die kümmern sich die Wächter und bringen sie zu Kaspan, damit er ihnen helfen kann.

Weltenblume? Klingt interessant. Kannst du mir noch etwas mehr darüber erzählen, was das ist oder was ich mir darunter vorstellen kann?
Hmm, ich weiß nicht. Ich weiß, dass sie uralt ist, möglicherweise sogar so alt wie der Hüter der Seelen selbst. Außerdem ist sie böse. Manchmal, während ich meditiere, höre ich ihre Stimme. Eigentlich sind es viele Stimmen – ein Durcheinander aus tausenden verschiedenen Stimmen, die wehklagen, schreien, wüten. Sie ist wahnsinnig, durch und durch. Nimm dich vor ihr in Acht. Immer! Darum müssen dein Hatnam und Hatori stark sein.

Jetzt warte Mal! Was ist denn bitte jetzt Hatnam und Hatori? Kannst du uns sagen wieso diese Techniken entwickelt wurden?
Starker Körper, starker Geist. Und umgekehrt. Im Hatnam lernen wir durch gezielte Kampfübungen, unsere Körper zu trainieren und unseren Geist frei zu machen. Das wiederum ist Voraussetzung für das Hatori, die Kunst des Wahren Seins. Mit ihrer Konzentration werden wir eins mit dem Leben selbst und können ungestört die Macht der Weltenblume für das Wohl Pilgrims einsetzen.

[Auf einmal klopft es an der Tür und 4 Personen strömen in das Haus von Magnus.]

Wer seid denn ihr?
Tzunai: Oh, ein Gast und dann auch noch eine Frau. Ich hoffe Magnus hat dich nicht enttäuscht.
Felix: Natürlich hat er das. Sein Name ist Magnus und das F steht für Enttäuschung.
Tomm: Entschuldige die beiden! Sie sind unfreundlicher als ein Ochse aus der Vorwelt und haben nur halb so gute Manieren. Ich bin Tomm, die rothaarige Furie ist Tzunai und der kleine Scherzkeks hier ist Felix. Das ist seine Freundin Tasha.
Tasha: Hallo! Schön, dich kennenzulernen! Hat Magnus dir schon etwas zu Trinken angeboten?

Was ist für euch Freundschaft und wie wird das Thema hier bei den Pilgrim gesehen?
Tzunai: Gesehen? Gar nicht! Die meisten unserer Nachbarn hocken ja selbst nach den Meditationsstunden nur zuhause und meditieren. Bloß keine Zeit verlieren auf dem Weg zur Verschmelzung.
Tasha: Die meisten Pilgrim sehen das wirklich zu verbissen. Ich glaube, sie wissen gar nicht, was Freundschaft ist.
Felix: Für Tomm bedeutet Freundschaft jedenfalls, dass wir ihm etwas von unserem Essen abgeben, damit er sich heimlich vollstopfen kann.
Tasha: Felix!
Tomm: Ist schon gut. Er will nur davon ablenken, dass er ein Hungerhaken ist. Aber zu deiner Frage: Freundschaft ist für mich zum Beispiel, dass wir uns jeden Abend auf der Kaimauer treffen, den Wellen lauschen und uns von unserem Tag berichten. Wir können über alles reden und das bedeutet mir viel, da hier sonst so gut wie niemand miteinander redet.

Danke für das sehr informative Gespräch.



1 Kommentar:

  1. Das klang echt interessant und ich bin auch froh das ich durch die Tour auf die Bücher gestoßen bin,denn jetzt mag ich selbst auch nur noch die Bücher lesen wollen. :-)
    VLG Jenny

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