Samstag, 3. Juni 2017

[Protagonisteninterview] Entfachte Glut von Raywen White




Protagonisteninterview
Flammender Sturm



[Verdattert stehe ich in Mitten einem Dämonenlager. Viele schwarze Zelte und Figuren, welche aus dem schönsten Horrorfilmen entsprungen sein könnten verfolgen meine unsicheren Schritte, bis ich endlich meine zwei Interviewpartner vor einem roten Zelt erblicke. Schnellen Schrittes eile ich dorthin und begebe mich mit Tanja und Kane in das rettende Zelt, denn es ist sehr heiß in der Wüste.]

Hallo ihr zwei, wo bin ich denn da gelandet? Mitten in einem Setting für einen Horrorfilm?
Tanja drückt dir einen wabbeligen Lederschlauch in die Hand, in dem es leise blubbert, während Kane sich dir zuwandte. „Die Männer werden dir nichts tun, solange du keine bösen Absichten hegst.“
„Es sind Dämonen!“, fauchte Tanja.
Kane schaut sie mit hochgezogener Braue an. „Ich weiß. Und ich bin auch nicht gerade darüber erbaut, dass sie uns begleiten.“

Ach, das ist ja ein Ding. Aber herzlichen Dank, dass ich heute mein Interview mit euch führen darf. Es freut mich, dass ihr Zeit habt, euch meinen Fragen zu stellen.
Kane winkte ab. „Aktuell ist es Tag und wir können sowieso noch nicht weiterziehen.“
Sein feuriger Blick fiel auf Tanja, die in irgendwelchen Taschen wühlte. „Außerdem bin ich über jede Ablenkung froh“, murmelte er.

Wie geht es euch heute?
Tanja richtete sich auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Es ist warm. Ich durchquere mit einem Neandertaler und einem Haufen Dämonen eine gefährliche Wüste. Ich habe die Schnauze gestrichen voll!“
Kane seufzte und rieb sich über den Mund. „Ich habe dir gesagt, es geht nicht anders.“
Er wandte sich mir zu. „Danke der Nachfrage, aber aktuell ist alles etwas schwierig.“ Kurz raufte er sich die Haare.

Könnt ihr euch gegenseitig mit drei Wörtern beschreiben?
„Stur“, erklang es aus beiden Kehlen gleichzeitig. Genervt sahen sich beide an und schwiegen einen Moment. Tanja durchbrach die Stille zuerst. „Stur, Lügner und Mistkerl.“
„Du verstehst einfach nicht den Ernst der Lage“, erwiderte Kane schnaubend. „Du bist Stur, Ignorant und eine Zicke.“

[Stöhnend wische ich mir den Schweiß von der Stirn und frage Kane.]

Kane, kannst du mir bitte erklären, warum wir hier in einer Wüste sitzen und nicht in Cleveland, wo ich eigentlich dachte, dass wir es führen?
Er verschränkte die Arme vor der Brust und wirkte nicht gerade begeistert von dieser Frage. „Ich musste schnell handeln und hierher reisen.“
„Du hättest mich aber nicht mitnehmen müssen.“
„Ich musste schnell handeln wegen dir.“ Seine Stimme war rau und sein Blick richtete sich besitzergreifend auf Tanja, die schlucken musste. Man spürte wie sich zwischen den beiden eine knisternde Spannung aufbaute. 

Wie sah eigentlich eure Kindheit und Jugend aus und wie war das Verhältnis zu euren Eltern?
Der plötzliche Themenwechsel, war gut, denn Tanja entspannte sich und lächelte sogar bei der Erinnerung. „Ich habe meine Eltern, bzw. meine Adoptiveltern geliebt.“ Dann verging das Lächeln. „Leider habe ich sie bei einem Unfall früh verloren und wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht und bin daher irgendwann abgehauen. Die Zeit war nicht gerade einfach für mich, aber ich habe es geschafft.“
Sie warf Kane einen wütenden Blick zu. „Zumindest bis der Mistkerl mich entführt hat!“
Kane knirschte mit den Zähnen. „Ich habe meine Eltern nie kennengelernt.“ Mehr sagte er nicht und starrte mich herausfordernd an, ob ich es wagen würde weiter in dieser offensichtlichen Wunde zu bohren.

Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?
Kane warf einen sehnsüchtigen Blick zu Tanja, die schnell zur Seite sah. „Das war in einer Kanzlei in Cleveland, sie ist in mich hineingerannt.“
„Du warst doch derjenige, der mich umgerannt und dadurch meine Bluse mit Kaffee ruiniert hat.“
„Ich habe dich dafür am nächsten Tag zu einem Kaffee eingeladen, Kleines.“ Seine dunkle Stimme hatte etwas Sinnliches.
„Ich hätte niemals mit dir einen Kaffee trinken gehen dürfen, dann würde ich jetzt nicht hier sitzen.“ Sie schüttelte frustriert den Kopf. Jedoch warf sie Kane auch einen kurzen sehnsüchtigen Blick zu, bevor sie erneut wütend wurde und sich mit geröteten Wangen abwandte.

Ein weiterer Mann betrat das Zelt, groß und mit roten wirren Haaren, die ihm ein fast barbarisches Aussehen gaben.
„Kane, es gibt da ein Problem.“
„Nicht jetzt, Gawain. Du siehst doch, dass wir einen Gast haben.“
„Ich glaube, das kann nicht warten.“
Kane folgte Gawain schnaubend aus dem Zelt. In der gleißenden Sonne, erkannte man einen Dämon mit vier schwarzen Hörnern und roten Augen. Er sah aus, als wäre er geradewegs aus der Hölle gekommen.
Er wirkte wütend und gestikulierte wild und nachdem Kane mit ihm eine Weile gesprochen hatte, ging er wütend von dannen.

„Gibt es Probleme?“, fragte Tanja, als Kane das Zelt wieder betrat.
„Nein“, sagte dieser jedoch nur kurz angebunden, wirkte jedoch unruhig. „Die nächste Frage?“

Kane, die erste Zeit, die man dich erlebt siehst du umtriebig, gehetzt und unendlich müde aus. Was ist oder war der Grund dafür?
Seufzend raufte er sich die Haare. „Ich habe vor fünfundzwanzig Jahren einen Fehler begangen und eine Schwur geleistet. Seitdem kann ich nicht schlafen und mich auf nichts anderes konzentrieren, als diesen Schwur zu erfüllen.“
Sein Blick wanderte erneut zu Tanja und man hatte das Gefühl die Temperaturen stiegen in dem Zelt weiter an. „Egal ob ich es will oder nicht.“
„Du könntest ihn einfach brechen.“
„Würdest du wollen, dass ich sterbe?“
Tanja hatte bereits den Mund geöffnet, doch schloss ihn wieder und sah betroffen zur Seite.

Ihr zwei strahlt ja eine wahnsinnige Anziehungskraft aus. War das irgendwann schon einmal ein Problem?
„Ich finde es ja immer noch ein Problem.“ Deutlich sah man die Sehnsucht in ihren Augen, als ihr Blick zurück zu Kane ging.
„Du machst es mir auch nicht gerade einfacher, Kleines.“

Wann wurde dir, Tanja, der tatsächliche Grund eurer gemeinsamen Reise klar? Und wie würdet ihr eure Reise, euer Reiseziel und eure Wegbegleiter beschreiben?
„Ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht warum ich hier bin.“
„Ich habe dir gesagt, warum.“
„Großartig, du bringst mich zu deinem Ziehvater, der ein Dämonenfürst aus der Hölle ist. Warum, hast du mir aber immer noch nicht gesagt.“
Kane wandte sich von Tanja zu mir und verschränkte die Arme vor der Brust. „Die Reise durch die Wüste birgt einige Gefahren und war stellenweise nicht einfach. Ich bin sehr erleichtert, dass mich einige Freunde begleiten, auf die ich mich verlassen kann. Da sind der Werwolf Gawain – ihn hast du vorhin gesehen -, die Sylphe Kandarah und der Golem Grump.“

Habt ihr für eure Zukunft irgendwelche Wünsche und Träume?
Beide schwiegen einen Moment und wirkten unentschlossen. „Ich möchte nach Hause“, sagte Tanja.
„Ist es wirklich das was du willst?“
Sie sah Kane an. „Was möchtest du denn?“
„Das habe ich dir schon mehrfach gesagt. Dich. Du gehörst mir.“
Die knisternde Spannung wurde fast unerträglich zwischen den Beiden. Es war vielleicht besser jetzt zu gehen.

Herzlichen Dank für dieses Interview und könnte mich bitte wieder wer zurückschicken, denn die Wlan-Verbindung ist hier wirklich mies und meine Leser wollen das Interview doch auch lesen. J

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