Sonntag, 18. Juni 2017

[Buchvorstellung] Aus der Zeit gefallen 1 von Katharina M├╝nz

Buchvorstellung einmal anders ­čśë


Wichtige Fakten:
Autor: Katharina M├╝nz
Seitenanzahl: 179 Seiten
Verlag: Independently published
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2017
Genre: Liebesroman mit Zeitreise

Der Klappentext:
Reenactment. Charlotte bekommt Herpes, wenn sie nur an das Wort denkt. Auf matschigen ├äckern Wickie spielen entspricht nicht gerade ihrer Vorstellung von einem gelungenen Wochenende, aber was tut sie nicht alles ihrem Freund zuliebe. Doch dann erwischt sie Aleks mit ihrer – ehemals! - besten Freundin auf dem Mittsommerfest. Zutiefst verletzt flieht sie vom Museumsdorf, als ein lecker aussehender Fremder in A+-Gewandung ihr vors Auto und ins Leben f├Ąllt.

[Heute befinde ich mich im Landesamt f├╝r Denkmalpflege in Kiel, wo ich mich mit Pappa, einen Profi in Sachen Reenactement und Katharina M├╝nz der Autorin]

Claudia: Ich freue mich, dass ihr heute f├╝r das Buch und die Abenteuer darin antwortet. Vielleicht wollt ihr euch vielleicht sogar gegenseitig interviewen?

Pappa: Katharina, beschreibe uns doch das Buch aus deiner Sicht, in max. 5 S├Ątzen
Katharina: ›Aus der Zeit gefallen - Th├│rsteinn vs. Charlotte" wird eine hoffentlich humorvolle, turbulente und spannende Romanze mit ganz viel zwischenmenschlichem Knistern. Mit dem ersten Teil, der jetzt erschienen ist, will ich einerseits den Lesevorlieben der anvisierten Zielgruppe, der Leserinnen von New Adult und Urban Fantasy, gerecht werden und andererseits die f├╝r eine kleine, weitgehend unbekannte Selfpublisherin wie mich unheimlich wichtigen Werbema├čnahmen des Kindle Storyteller Awards mitnehmen. Ich erhoffe mir von den "Aus der Zeit gefallen"-B├╝chern, dass neue Leserschichten auf meine "Wikinger im Herzen" aufmerksam werden und gegebenenfalls vorhandene Ber├╝hrungs├Ąngste vor historischen Stoffen - zumindest in meinem, modernen Gewand - ablegen.

Pappa: Warum hast du ausgerechnet Reenactment und Zeitreisen als ein Hauptteil des Buches verwendet?
Katharina: Bei den Recherchen zu meinen Fr├╝hmittelalterromanen lie├č es sich nicht vermeiden, dass ich in Kontakt zur Reenactment-Szene gekommen bin. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Fachwissen da von ├╝berwiegend Laien, aber auch Experten wie dir angesammelt wird. Teilweise reicht das schon an experimentelle Arch├Ąologie heran. Wie in allen spezialisierten Gruppen werden auch beim Reenactment liebensw├╝rdige Schrullen gepflegt, die ich gerne als Aufh├Ąnger genutzt habe. Zeitreisen faszinieren mich schon seit meiner Kindheit, als ich gebannt ›Catweazle‹ am Fernseher verfolgte und das Buch ›Titus kommt nicht alle Tage‹ f├Ârmlich Wort f├╝r Wort auswendig lernte.

Katharina: Pappa, ich glaube du k├Ânntest uns vielleicht ein bisschen erkl├Ąren, was Reenactement wirklich ist und worauf man dabei achten sollte.
Pappa: Mit Hilfe von Reenactment soll die Geschichte f├╝r breite Bev├Âlkerungsschichten erlebbar gemacht werden. ├ťber die romantisierte Atmosph├Ąre auf kommerziellen Mittelalterm├Ąrkten hinaus werden durch lagernde, m├Âglichst zeitgerecht gekleidete und ausgestattete Gruppen zumindest f├╝r kurze Zeitabschnitte kleine Zeitreisen m├Âglich. Insbesondere Freilichtmuseen profitieren sehr von den darstellenden Gruppen, weil sie sonst ├Âde und leer daliegende H├Ąuser mit Leben erf├╝llen. Hierbei werden die unterschiedlichsten Epochen abgedeckt - von der R├Âmer- und Keltenzeit ├╝ber das Mittelalter bis hin zur Zeit des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit.

Pappa: Hast du eine Lieblingsstelle im Buch, welche du uns unbedingt vorstellen m├Âchtest? Meine ist, als ich Charlotte und ihren komischen Finnen ganz heldenhaft vor der anr├╝ckenden Kavallerie rette.
Katharina: Ach, schau mal an! Das freut mich aber, dass die dir gef├Ąllt. Ich mag sie auch, wie viele andere Szenen! Schwer zu entscheiden, welche meine liebste ist. Wie w├Ąre es, wenn ich stattdessen verrate, wem zu ehren ein gewisses Rezept im Buch gekocht und verkostet wird? Meinem ├Ąlteresten Sohn!

Pappa: Wie viel echte Katharina steckt eigentlich in diesem Buch oder in den einzelnen Protagonisten?
Katharina: Gegenfrage: Wie viel echter Wikinger steckt denn wahlweise im Reenactment-›Papst‹ oder im Magister mit 3/4-Stelle am LD? Schwer zu entscheiden, nicht wahr? *lach*

Claudia: Was ist denn euer Lieblingszitat aus diesem Buch?
Pappa: Was f├╝r eine Frage! Nat├╝rlich die hier, als ich Charlotte ├╝ber meinen Job aufkl├Ąre: »Ich h├Ąnge das auch nicht gern an die gro├če Glocke. Magister artium mit einer 3/4-Stelle beim LD lockt die M├Ądels nicht gerade hinterm Ofen hervor.« LD? Sagte er nicht gerade vorhin, dass er in irgendeiner Beh├Ârde arbeitet? »Und eine Besoldung nach TV-L 9 ist jetzt nichts, was potentielle Groupies zum Kreischen verlocken k├Ânnte.«
Katharina: Das stimmt, die Szene zeigt deinen Sinn f├╝r Humor.
Pappa: (ein bisschen pikiert) Den Charlotte mir gar nicht zugetraut h├Ątte. Mal ehrlich, sie hatte ja nur noch Augen f├╝r diesen Typen den sie angeblich nie zuvor gesehen hat! Ha! Daf├╝r hat sie sich diesem ›Fremden‹ aber verflixt schnell an den Hals geworfen!
Katharina: Nun sei mal nicht so streng mit ihr! Ich finde, diese Szene zeigt sehr sch├Ân, dass sie ├╝berhaupt nicht versessen darauf war, sich um ihn zu k├╝mmern. Behutsam l├Âse ich meine Finger aus seinem Griff, stehe ganz langsam auf, um … »Biiep-biiep-bii-bii-bii-biieb!« Das zuvor beruhigend einschl├Ąfernde Piepsen der Monitore steigert sich zu einem Kreischen, ich erstarre in der Bewegung und schiele zum Bett, wo der appetitliche Finnenhappen sich unruhig von rechts nach links zu werfen beginnt. »Schei├če«, fl├╝stere ich und fasse nach seiner Hand, woraufhin er sich schlagartig beruhigt.

Pappa: Leser sind immer ein bisschen neugierig. W├╝rdest du dich vielleicht noch in deinen eigenen Worten den Lesern vorstellen?
Katharina: Wer, ich?
Pappa: Ja, wer sonst?
Katharina: Na, du vielleicht? Oder Claudia? Ja, doch, das ist doch eine gute Idee! Wir beantworten alle die gleiche Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?
Pappa: Reenactment zu machen?
Katharina: Ja, genau!
Pappa: Nun, zun├Ąchst ist das eine gute Gelegenheit um breite Schichten der Bev├Âlkerung, ich denke vor allem an Kinder, f├╝r geschichtliche Zusammenh├Ąnge zu interessieren, die in der Schule leider oft nur als trockene Datensammlungen r├╝bergebracht werden. Dann ist es ganz gut, wenn man die Szene nicht v├Âllig ohne wissenschaftliche Begleitung l├Ąsst, nicht, dass sich da elementare Fehler in der Darstellung einschleichen. Da gibt es sonst peinliche ›Schnitzer‹ im Wortsinne, wenn wikingerzeitliche H├Ąuser mit in Holztafeln geritzten Runen des ├Ąlteren Futharks geschm├╝ckt werden, die damals gar nicht mehr verwendet wurden.
Katharina: Dich treibt also das didaktische Element?
Pappa: Ja, kann man so sagen. (Grinst) Aber es macht auch einfach sauviel Spa├č! So, jetzt du: Wieso hast du dieses Buch geschrieben?
Katharina: Puh, das ist schwer zu sagen. In erster Linie m├Âchte ich damit vor allem den j├╝ngeren Leserinnen die Vorbehalte nehmen, historische Stoffe seien trocken und z├Ąh zu lesen ...
Pappa: Wie der Geschichtsunterricht an der Schule!
Katharina: Ja, genau! Aber man kann auch so dar├╝ber schreiben, dass es sich so lebendig wie dein Reenactment anf├╝hlt. Der eigentliche Grund ist aber, dass mein Unterbewusstsein aus ganz vielen bekannten Teilen etwas Neues zusammenbaut. In diesem Fall waren es ein Kinderbuch, das ich vor fast 40 Jahren las ( ›Titus kommt nicht alle Tage‹ ), Filmszenen aus ›Catweazle‹, Marvels ›Thor‹, ›Die Besucher‹ mit Jean Reno und zuletzt die sehr sehenswerte skandinavische Verfilmung ›The last King‹, die ihre Spuren im Plot hinterlassen haben.
Pappa: Prima. Und was ist mit dir, Claudia?
Claudia: Ich? Warum mich diese Geschichte interessiert und ich gerne historische  Geschichten lese? Gute Frage! Aber ein kleiner Teil in mir mag diese Geschichten. Wenn ich an einem Mittelaltermarkt oder einer Burg oder einem Schloss vorbei fahre, gehe ich hin und sehe mir alles an. Und au├čerdem hat es bei mir auch didaktische Gr├╝nde, denn ich bin ja auch Geschichte und Sozialkundelehrerin und mit solchen gut recherchierten Fakten, kann man schon ein paar Sch├╝ler hinter den Tischen hervorlocken. ;)  
Aber jetzt danke ich euch f├╝r dieses Gespr├Ąch!


Pappa & Katharina: Wir danken dir!

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